Allersheim, 2017

Allersheim, 2017

Allersheim Info

Im Protokollbuch des Abtes Valentin Memmel befindet sich die Kopie eines am 5. Mai 1665 bestätigten Vertrags. Er beschreibt den Verkauf eines sich damals im Besitz des Bronnbach Klosters befundenen Grundstücks an jüdische Ortsansässige, die darauf einen Bezirksfriedhof einzurichten planten. Der Verkauf wurde von drei damals herrschenden Umständen begünstigt: ein Bestattungsverbot (aus unbekannten Gründen) in Aub, die Vertreibung der jüdischen Mitbewohner aus Eiberstadt, und die finanziellen Probleme des Klosters nach dem Dreißigjährigen Krieg. Die Vereinbarung erlaubte es den Käufern eine Mauer um ihren Besitz herum zu bauen, aber dem Pfarrer und dem Schultheiß von Allersheim blieb es weiterhin vorbehalten jeder Zeit den Zugang zu versperren.

Gebühren wurden für jede Bestattung erhoben und die Einnahmen unter dem Bronnbacher Hof und den örtlichen Behörden Allersheim aufgeteilt. Im Jahr 1670 führte das Hochstift Würzburg einen Totenzoll für Leichenzüge ein, die ihr Hoheitsgebiet passierten. Nichtsdestotrotz wurde das „wüst liegenden Ackher,” wie das Stück in dem ursprünglichen Vertrag beschrieben würde, rasch zu einem beliebten Bestattungsort für sogar 24 benachbarte Gemeinden, einschließlich Allersheim. Eine in den 90iger Jahren vorgenommene Auswertung der Graeberliste enthüllte, dass die kleine Gemeinde Allersheim zwischen 1779 und 1810 die Beerdigungskosten von mittel- und heimatlosen Juden übernahm.

Sogar nachdem die Gemeinde Allersheim sich selbst 1900 aufgelöst hatte und einige andere Gemeinden eigene Friedhöfe eingeweiht hatten, blieb der Besirksfriedhof weiter in Benutzung. Im Laufe der Jahre wurde er drei mal, in den Jahren 1813, 1844 und 1920, erweitert, und heute besteht eine natürliche Trennung zwischen dem stark überwachsenen älteren (vor 1860) und dem neueren Teil. Zwischendrin steht das einfache jedoch imposante Taharahaus, das im Jahr 1844 gebaut und 1920 renoviert wurde. Ungefähr 2,000 Grabsteine sind noch von etwa 4,000 Begräbnissen vorhanden. Das letzte fand im Jahr 1967 statt. Otto Mannheimer, der nach dem Krieg ins Heimatland zurückgekehrt, und sich stark für die Erhaltung des Friedhofs engagiert hatte, wurde dort auf eigenen Wunsch bestattet.

A copy of a sales agreement in the record books of the Abbot Valentin Memmel describes the acquisition of land in the possession of the Bronnbach Monastery by local Jewish residents in order to establish a district cemetery. The May 5, 1665 sale was probably helped along by three contemporaneous conditions: the prohibition (for unknown reasons) of burials in an existing cemetery in Aub, the expulsion of Jews from Eibelstadt, which had also had a cemetery of its own, and the financial straits of the monastery, a result of the Thirty Years War. The agreement allowed the buyers to erect a wall around their property, but the parish priest and the mayor in Allersheim retained the right to forbid entrance to the cemetery at any time.

Fees were charged for each burial, with the proceeds shared by the Bronnbach court and the local authorities. And in 1670 the diocese of Wurzburg instituted a toll for every funeral procession that passed through its territory. Nevertheless the “desolately situated plot,” as described in the original contract, quickly became the preferred burial ground for as many as 24 neighboring Jewish communities, including Allersheim. An evaluation of cemetery records, made in the 1990s, revealed that the small Allersheim community, at least between 1779 and 1810, itself paid for the burial fees of indigent vagrants.

Even after the community in Allersheim dissolved (of its own accord) in 1900 and other communities had established their own cemeteries, the district cemetery remained in use. Over the years, it was enlarged three times, in 1813, 1844 und 1920, and the division between the older (before 1860) and newer parts is easy to see. In the middle stands a simple yet majestic Tahara-house, that was built in 1844 and renovated in 1920. Around 2000 gravestones still exist from approximately 4000 burials. The last burial took place in 1967. Otto Mannheimer, who returned to his homeland after the war, had made it his business to care for the cemetery and requested burial there.

Allersheim, 2017

Allersheim, 2017