Dresden, November 2016

Dresden, November 2016

Dresden Info

Im frühen 18. Jahrhundert begann sich die jüdische Gemeinde in Dresden wieder zu etablieren. Zu verdanken war das grösstenteils Berend Lehmann, der in Diensten des Kurfürsten stand. Aber trotz der Unterstützung von August II dem Starken, konnte Lehmann den lokalen Widerstand gegen einen jüdischen Friedhof in der Stadt nicht überwinden. In der Tat waren jüdische Bestattungen nirgendwo in Sachsen gestattet. Dresdener mussten die kostspielige und etwas gefährliche Reise zu einem Friedhof in Teplitz oder Sorboten unternehmen. Im Jahr 1750 unter Fürsprache von Heinrich Graf von Brühl und einer zusätzlichen Zahlung von 1000 Taler, wurde ein Friedhof für die Gemeinde letztlich bewilligt.

Mit seinen 3500 Quadratmetern zählt der Friedhof „Auf dem Sande“ zu den kleinsten in Dresden. Die gesetzlichen Beschränkungen umfassten unter anderem: keine Bestattungen bei Tageslicht und die Einsetzung eines christlichen Hüters, der für Umsetzung der Bestimmungen und Einnahme der heftigen Gebühr zuständig war. Die Stadt forderte 12 Taler für die Beerdigung eines Erwachsenen und 5 für die eines Kindes. Da 12 Taler das Jahreseinkommen vieler jüdischer Dresdener überschritt, mussten die Kosten von den wenigen wohlhabende Familien in der Gemeinde übernommen werden.

Der Friedhof überstand eine existentielle Bedrohung, als ein örtlicher Arzt behauptete, dass der Friedhof die Gesundheit der Nachbarschaft gefährde. Jedoch genehmigten die Behörde den weiteren Betrieb des Friedhofs bis zum 1. Dezember 1869 zu welchem Zeitpunkt er voll war. Einige Personen, die bereits ihre Begräbnisplätze neben Familienmitgliedern hatten, konnten auch danach noch dort begraben werden. Die letzte Bestattung (für Marianne Baumann) fand am 5 März 1900 statt. Insgesamt gibt es auf dem Friedhof 1263 oder 1265 Gräber und etwa 800 Grabsteine. Fast wie durch ein Wunder blieb der Friedhof von den Nazis, nicht aber von der Zeit, verschont. Viele der alten Grabsteine sind stark verwittert. Nichtsdestotrotz sind die unlesbaren nahezu Stradivari-artigen Formen prächtig.

Early in the eighteenth century, a Jewish community began to re-establish itself in Dresden, due in large part to Issachar Berend Lehmann’s service to the region’s elector-prince. But despite support from August II the Strong, Lehmann could not overcome local opposition to a Jewish cemetery in the city. Indeed, Jews were not allowed to bury their dead anywhere in Saxony and Dresdeners were compelled to make the costly and somewhat risky 50 km (3 day) journey to a cemetery in Teplice or Sorboten. In 1750, with the help of Heinrich, count von Brühl, and an additional payment of 1000 Thaler, a cemetery was finally sanctioned.

At 3500 square meter area “Auf dem Sande” is among the smallest cemeteries in Dresden. Restrictions included no daylight burials and a Christian custodian to oversee the procedure and collect the considerable fees. The city received 12 Thaler for an adult and 5 Thaler for children under 12. Since 12 Thaler exceeded a year’s earnings for many Jewish Dresdeners, costs often had to be underwritten by the few wealthy families among the community.

The cemetery survived an existential threat in 1862 when a local doctor claimed it endangered the health of the surrounding populace, but authorities agreed to let it stand and keep it open until December 21, 1869, at which time, it was full. A few people who already had places near family members were allowed burial after that date. The last burial (for Marianne Baumann) took place March 5, 1900. There are either 1263 or 1265 graves with about 800 gravestones. Almost miraculously spared by the Nazis, but not by time, many of the old gravestone have suffered heavy weather damage. Nevertheless, the blank, almost Stradivarius-like forms are magnificent.

Hauptstrasse, November 2016

Hauptstrasse, November 2016