Ebern, 2015

Ebern, 2015

Ebern Info

Im Jahr 1433 erlaubte Bischof Johann II zwei jüdischen Familien, sich gegen das erforderliche Schutzgeld in Ebern niederzulassen. Es lässt sich nicht feststellen, ob sie je eine tatsächliche Gemeinde begründen konnten, aber zahlreich liessen sie sich jedenfalls nicht nieder. Es ist dann vielleicht ironisch, dass der idyllische Friedhof überhaupt in Ebern etabliert worden war, da in Ebern, zur Zeit des Kaufs des Geländes (1633), nur wenige jüdische Familien gewohnt hatten. Noch dazu wurden sie im Jahr 1660, wegen eines Streits zwischen dem Landesherrn und der Stadt, endgültig aus Ebern vertrieben.

Das Flurstück Paradies am Westhang des Steinbergs war aber schon 1430 ein Begräbnisplatz und ist eine Art zentraler Friedhof für die umliegenden Gemeinden geworden. Altstein, Autenhausen, Burgpreppach, Gleusdorf, Kraisdorf, Maroldsweisach, Memmelsdorf, Pfarrweisach, Reckendorf und Untermerzbach, die damals nicht in der Lage waren, ihre eigenen Friedhöfe zu begründen, haben ihre Verstorbenen nach Ebern transportiert, trotz der beträchtlichen Mühen und Kosten. (Eine Leiche durch die Stadt Ebern zu tragen, kostete 1 Florin (Gulden) und für jede Beerdigung wurde das Königlichen Rentamt auch bezahlt.)

Im Jahr 1683, 1689 und 1710 wurde der Friedhof vergrössert und umfasst heute 2.000 qm. Die im Jahr 1683 gebaute Mauer wurde von den Nazis zerstört und als Strassenbau zweckentfremdet. Die Stadt renovierte die Mauer im Jahr 1962 . Die letzte Bestattung (von Ricka Sachs, geborene Brückmann) fand im Juli 1910 statt. Von den vermutlich 2900 Begräbnissen sind noch ca 1.100-1.200 Grabsteine vorhanden.

Considering that so few Jewish families lived in Ebern in 1633, when the land was purchased, it’s ironic that the idyllic cemetery was established there at all. Even though Bishop Johann II had allowed 2 Jewish families to settle in the city in 1433, their number had never increased very much. It remains unknown whether they ever formed a congregation. On top of that, a fight between the local nobility and the city, resulted in the Jews of Ebern being driven out once and for all in 1660.

The tract known as Paradies on the western slope of the Steinberg was already used as a burial ground in 1430 and became a sort of shared cemetery for the surrounding communities. At that time, Altstein, Autenhausen, Burgpreppach, Gleusdorf, Kraisdorf, Maroldsweisach, Memmelsdorf, Pfarrweisach, Reckendorf und Untermerzbach didn’t have the means to found their own cemeteries. Despite the considerable effort and cost, they transported their dead to Ebern. (They had to pay 1 guilder to carry a body through the city of Ebern and they paid a fee for every burial to the local nobity as well.)

Enlarged in 1683, 1689 and 1710, the cemetery today measures 2,000 square meters. The last interment (for Ricka Brückmann Sachs) took place in July 1910. Nazis broke up the wall, that had been built in 1683, and used the pieces for building roads, but the city renovated it in 1962. About 1,100-1,200 gravestones still exist out of an estimated total of 2,900 burials.

 

Ebern, 2015

Ebern, 2015