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Hanau, May 2016

Hanau, May 2016

Die jüdische Gemeinde in Hanau war im frühen vierzehnten Jahrhundert so etabliert, dass sie einen Betsaal und einen Friedhof in der Stadt errichteten. Doch nach dem Pestprogrom im Jahr 1349 bis zu Beginn des siebzehnten Jahrhunderts wurden jüdische Einwohner nur gelegentlich geduldet. Der damalige Friedhof wurde zerstört.

Im Rahmen seiner Wirtschaftsförderungspolitik bat Graf Philipp Ludwig II im Jahr 1603 jüdischen Familien in Hanau seinen Schutz an und unterstützte eine vermehrte Ansiedlung. Nicht mehr ständig von den örtlichen Adeligen gefährdet, begann die gesamte Gemeinde eine gewisse Stabilität zu erleben. Die relative Sicherheit und die sich daraus ergebenden Vorteile ermöglichten die Gründung einer Synagoge, einer Schule und unter anderem, eines neuen Friedhofs im Jahr 1608 oder früher. Er lag ausserhalb der Stadtmauern. Als die Gemeinde blühte, wurde der Friedhof vergrössert, zuerst im Jahr 1712 und nochmals im Jahr 1856, als eine Mauer errichtet wurde. Der älteste zwischen den 1.261 noch existierenden Grabsteinen stammt aus dem Jahr 1637. Das letzte Begräbnis fand im Jahr 1936 statt. Während des Siebenjährigen Kriegs beschädigten französische Soldaten den Friedhof stark. Die Nazizeit und den Zweiten Weltkrieg hat er im wesentlichen ohne weitere Zerstörung überstanden. Heute ist er der fünftgrösste jüdische Friedhof in Hessen.

Wie der Friedhof an der Battonstrasse in Frankfurt, zeichnen die Grabsteine bildhafte, aber nicht notwendigerweise religiöse Symbolik (Schiffe, Kühe, Pferde, Vögel, Fässer, Krüge, Wagons), die von Hausnamen ableiten. Im Jahr 1600 standen fünfzig Häuser auf der Judengasse.

Hanau’s Jewish community had sufficient foothold in the early part of the 14th century to establish a place of worship and a burial ground in the city, but after the progrom in 1349 Jewish inhabitants were only intermittently tolerated until the 17th century. The early cemetery was destroyed.

In 1603, as part of his economic plans, Count Phillipp Ludwig II offered protection to Jewish families in Hanau and encouraged more to settle there. No longer subject to the caprices of the local nobility, and paying a poll tax to the city authorities, the community as a whole began to enjoy a certain stability. The relative security and consequent benefits permitted the establishment of a synagogue, school and, among other things, a new cemetery in or before 1608, outside of the city walls. As the community prospered, the cemetery was enlarged, first in 1712 and again in 1856, when a wall was added. The oldest among the 1,261 gravestones still standing dates from 1637. The last interment took place in 1936. In 1758, during the Seven Years War, French soldiers damaged the cemetery badly , but it escaped the Nazi era and World War II fundamentally intact and today is the fifth largest Jewish cemetery in Hessen.

Like in the cemetery on Battonstrasse in Frankfurt, the gravestones feature pictorial, not necessarily religious, symbols (ships, cows, horses, birds, barrels, tankards, wagons), deriving from house names. In 1600, fifty houses stood on the so-named Jews Street.

 

Hanau, May 2016

Hanau, May 2016