Drehbrücke

Drehbrücke, 2013

Köln Info

Als alle Juden im Jahr 1424 „auf ewige Zeiten“ aus Köln vertrieben wurden, zogen eine Reihe nach Deutz, eine zur damaligen Zeit selbständige Stadt am direkt gegenüberliegenden rechten Rheinufer, um. Juden hatte es in Deutz schon gegeben, aber eine praktische Gemeinde beginnt sich erst zu dieser Zeit zu formen. Trotz zahlreicher vielfältiger Schändungen, diente damals der immer noch bestehende mittelalterliche jüdische Friedhof im heutigen Stadtteil Raderberg den Juden in den umliegenden Gebieten. Erst im Jahr 1665 verpachtete der Kölner Erzbischof und Kurfürst Clemens August von Bayern ein Grundstück in Deutz an die Gemeinde und stellte es ihnen als Friedhof zur Verfügung. Sogar nach dem Jahr 1797 als Juden sich in Köln wieder niederlassen durften, wurden Verstorbene von der linken Seite des Rheins weiterhin in Deutz bestattet. Heute ist der Friedhof in Köln-Deutz der älteste erhaltene jüdische Friedhof im Kölner Stadtgebiet.

Nach Erweiterungen im Jahr 1859 und Jahr 1895, umfasste das Areal 1,8 Hektar. Geschlossen wurde der Friedhof im Jahr 1918, obwohl die letzte von ungefähr 5.600 Bestattungen im Jahr 1941 stattfand. Die vielen auf dem Boden liegenden Grabsteine stammen aus der Zeit von 1859 bis 1882, nach dem Bau eines militärischen Festungswerks und als der Friedhof in der Schusslinie zwischen den Preussischen Soldaten und eventuellen Angreifern lag. Unter den prominenten Kölnern, die in Deutz ihre letze Ruhe fanden, sind Angehörige der Bankiersfamilie Oppenheim, die neben vielen anderen Unternehmungen die Neue Rheinische Zeitung gründete und dabei Karl Marx anstellte, und auch Kantor Isaak Offenbach, Vater von Komponist Jacques Offenbach.

After all Jews were driven out of Cologne “for all time eternally,” many moved directly across the Rhine to Deutz, at that time a separate city. Jews already lived in Deutz, but this was the beginning of a more cohesive community. Despite suffering many and varied desecrations, the medieval cemetery in what is now Cologne’s Raderberg district (on the west side of the Rhine) continued to serve Jews on the east side of the Rhine. It wasn’t until 1665 that Archbishop and Prince-elector Clemens August von Bayern leased land in Deutz to the community for the use as a burial ground. After 1797, when Jews were once again allowed to settle in Cologne, the cemetery in Deutz was used by people on both sides of the river and today, it is the oldest surviving Jewish cemetery in Cologne.

The area was expanded twice, in 1859 and 1895, and finally encompassed close to 4.5 acres. The cemetery was closed in 1918, although the final from about 5,600 burials took place in 1941. A fort was built near the cemetery in 1859. Until 1882, many gravestones lay flat against the ground, so that they were not in the line of fire between the Prussian soldiers and the potential attackers. Many well known people in Cologne were laid to rest in Deutz, among them, members of the Oppenheim family, important bankers and, as founders of theNeue Rheinische Zeitung, employers of Karl Marx. The cantor Isaak Offenbach, father of composer Jacques Offenbach is also buried here.

Judenprivileg, 1266

Judenprivileg, 1266