Schnaittach Markt

Schnaittach Markt, 2014

Frankfurt Info

In Schnaittach gibt es kein ehemaliges Judenviertel. Und auch keine Judengasse, was erstaunlich ist. Denn angesichts der Grösse des Dorfes gab es vergleichsweise viele jüdische Bewohner und im Gegensatz zu den meisten deutschen Städten, haben die Mitglieder der jüdischen Gemeinde verstreut zwischen ihren christlichen Mitbürgern gewohnt. Und zwar für über 400 Jahre. Deshalb die grosse Zahl jüdischer Friedhöfe in Schnaittach, nämlich drei.

Schnaittach existierte schon vor 1011. Ende des 15. Jahrhunderts erlaubten die Ganerben der Herrschaft Rothenburg einigen jüdischen Familien sich dort niederzulassen. Der (gut bezahlte) Schutz der Ganerben ermöglichte das stetige Wachstum der Gemeinde, während der Jahre, in denen Juden aus Nürnberg und anderen Teilen Deutschlands vertrieben wurden. Bis zum Jahr 1761 gab es 65 jüdische Familien in Schnaittach. Wirtschaftliche Verschlechterungen in der Mitte des 19. Jahrhunderts verursachte eine deutliche Verminderung der schon geschrumpften Gemeinde.

Der älteste von den drei Schnaittacher Friedhöfen wurde erstmals im Jahr 1537 urkundlich erwähnt, obwohl er Ende des 15 Jahrhunderts angelegt worden war. Hier wurden die Verstorbenen aus den umliegenden Städten—die Medinat OSchPaH (für Ottensoos, Schnaittach, Forth und Hüttenbach—bestattet. Bis 1607 wurden Verstorbene aus Fürth hierher gebracht und bis 1822 Verstorbene aus Regensburg. Auf der Fläche von 4800 qm, gibt es immer noch 180 Grabsteine, viele davon stark verwittert.

Das Areal von 2040 qm für den zweiten Friedhof wurde von Viehhändlern Johann und Michael Schnelbügel im Jahr 1834 erworben. Durch die Jahrzehnte hat dieser Friedhof die grösste Verwüstung von den dreien erlitten—ganz besonders während der Nazizeit, als viele Grabsteine gestohlen und als Baumateriel verkauft wurden. Es gab schätzungsweise zwischen 300 und 400 Gräber, aber nur ein einziger Grabstein und einige Teile, die zurückgebracht wurden, sind übrig geblieben.

Am 5. April 1907 wurde Regina Aischberg auf dem dritten Friedhof begraben. Das 1920 qm grosse Gelände ist bis heute vorhanden, obwohl die letzten zwei Bestattungen 1938 und 1952 stattfanden.

The village of Schnaittach has no former ghetto area and no narrow little Judengasse. Pretty amazing, considering what a large Jewish population it had in relation to it’s size. And, in contrast to other German cities, the members of the Jewish community lived scattered among their Christian neighbors. Indeed, they lived like that for 400 years. So it’s not surprising that there are so many (in fact, three) Jewish cemeteries in Schnaittach.

The village has existed since before 1011. At the end of the fifteenth century, the Rothenburg nobility allowed a few Jewish families to settle in the area. At a time when Jews were being driven out of Nuremberg and other parts of Germany, the well-paid protection of the Rothenburgs made the steady growth of the Schnaittacher community possible. By 1761, sixty-five Jewish families lived there. But from the middle of the 19th century, a worsening business environment caused residents to try their luck elsewhere.

The oldest of the three cemeteries was mentioned for the first time in 1537, although it was begun toward the end of the 15th century. Dead were brought here from the surrounding towns—the Medinat OSchPaH (Ottensoos, Schnaittach, Forth und Hüttenbach)—to be interred. Until 1607 it was the final resting place for residents of Fürth and until 1822, for residents of Regensberg, too. About 180 gravestones, many heavily weathered, remain on the 1.86 acres of land.

Cattle dealers Johann und Michael Schnelbügel acquired the approximately one-half acre property for the second cemetery in 1834. Of the three cemeteries, this one has suffered the most , especially during the Nazi era, when most of the gravestones were stolen and sold as building material. Only one remains. A few fragments have also been returned.

On April 5, 1907, Regina Aischberg was buried in the third Schnaittacher cemetery. This area of .474 acres is still open, although the last burials that took place there were in 1938 and 1952.

Schnaittach

Schnaittach, 2014