Wenkheim, 2017

Wenkheim, 2017

Wenkheim Info

Eine jüdische Präsenz in Wenkheim besteht höchstwahrscheinlich schon seit Mitte des 14. Jahrhunderts , als Juden dem Schutz des Adels unterstanden. Die erste urkundliche Erwähnung jüdischer Mitbewohner—es befinden sich drei auf einer Bürgerliste —stammt jedoch aus dem Jahr 1576. Obwohl die Gesamtzahl der Juden niedrig blieb und ihre wirtschaftlichen Situation bis in das frühe 19. Jahrhundert schlecht war, erwarb ein gewisser Salomon im Jahr 1590 ein Areal um darauf einen Friedhof anzulegen. (In der Tat wurde das 2 km vom Dort liegende Gelände mindestens schon seit 1540 als Begräbnisplatz benutzt und war als solcher bekannt.) Einwohner aus nahegelegenen Dörfern, z.B. Ober- und Unteraltertheim, Geroldshausen, Neubrunn, Böttigheim, Gamburg, Uettingen und Karbach kamen nach Wenkheim, um ihre Toten zu bestatten.

Das teilweise von Steinmauern umgebene 5580 qm große Gelände liegt auf einem steilen Hügel im Gewann „Großer Wald.“ Der älteste lesbare Grabstein stammt aus dem Jahr 1714. Die letzte Beerdigung fand im Jahr 1939 statt. Im älteren Teil des Friedhofs befinden sich schlichte Grabsteine mit kräftigen Buchstaben und bescheidenen Verzierungen. Sie zeugen von der Armut der Gemeinden während der ersten zwei Jahrhunderte ihrer Existenz. Sie lebten vom Vieh- und Warenhandel und kamen unter noch stärkere finanzielle Belastung während des Dreißigjährigen Krieges. Die wesentlich größeren und reichlicher dekorierten Grabsteine im neueren Teil spiegeln den Bevölkerungszuwachs, die erweiterten kommerziellen Gelegenheiten und die soziale Einbeziehung der Gemeinde wieder, die ihren Höhepunkt um 1880 erreichte. Es sollte einen vielleicht nicht überraschen, eine Pickelhaube zwischen der traditionellen Symbolik zu sehen. Doch bis 1900 waren viele Menschen von kleinen Orten in die Großstädte gezogen und die Wenkeim Gemeinde hatte sich erheblich verkleinert. In der Zeit der Machtübernahme der Nazis gab es weniger als 50 jüdische Bürger im Dorf. Die letzte Beerdigung fand im Jahr 1939 statt.

A Jewish presence, protected by the local nobility, very likely existed in Wenkheim as early as the mid fourteenth century. However, the first documented reference to Jewish inhabitants—there were three of them on a list of residents—was in 1576. Although the number of Jews in Wenkheim remained low and their economic circumstances very poor until the early nineteenth century, a certain Salomon acquired property for a cemetery in 1590. (In truth, the land, 2 km outside the village, was probably in use as a burial place as early as 1540.) Residents from nearby villages, Oberaltertheim, Unteraltertheim, Geroldshausen, Neubrunn, Böttigheim, Gamburg, Uettingen and Karbach, for example, came to Wenkheim to lay their dead to rest.

The 5,580 m2 property is partly enclosed by a stone wall and lies on a steep hill in an agricultural area known as “Grosser Wald”, or big forest. The earliest still readable gravestone is from 1714. Modest gravestones in the older part, characterized by strong Hebrew letters with little ornamentation, bear witness to the poverty of the communities’ first two centuries of existence. They lived from dealing cattle and household goods and suffered heavy financial burdens during the Thirty Years’ War. The substantially larger and more richly ornamented gravestones of the newer area reflect the uptick in population, widening commercial activities and societal integration the community experienced at their high point in the 1880s. It should perhaps not be surprising to find the typical spiked helmet of the German military among the traditional symbols. However, by 1900, many people had left the small villages for the big cities and Wenkheim’s Jewish community had become considerably smaller. Only 50 Jewish citizens lived in the village when the Nazis seized power. The last burial took place in 1939.

Synagoge Wenkheim, 2017

Synagoge Wenkheim, 2017